Ein romantischer Abend muss beim Wein nicht kompliziert werden. Du brauchst weder eine seltene Rebsorte noch eine besonders teure Flasche. Wichtiger ist, dass der Wein zum Anlass, zum Essen und vor allem zu euch beiden passt. Gerade im August sind leichte, frische Weine oft angenehmer als schwere Tropfen, die schnell sättigen oder bei warmen Temperaturen zu wuchtig wirken.
Überlege zuerst, wie der Abend abläuft
Die passende Wahl hängt davon ab, ob ihr nur anstoßt, gemeinsam esst oder den Wein über mehrere Stunden trinken möchtet. Für einen kurzen Auftakt passt ein Wein, der frisch und unkompliziert ist. Wenn ihr anschließend ein mehrgängiges Essen plant, sollte er nicht so eigenwillig sein, dass er nur zu einem einzigen Gericht passt.
Für einen Abend auf dem Balkon oder der Terrasse sind Weine mit klarer Säure und moderatem Alkohol oft eine gute Wahl. Sie wirken belebend und passen zu sommerlichen Gerichten. Bei einem langen Abend mit einem kräftigen Hauptgericht darf der Wein etwas mehr Körper haben. Entscheidend ist aber, dass er nicht gegen das Gespräch und das Essen antrinkt.
Der sicherste Weg: gemeinsame Vorlieben berücksichtigen
Romantik entsteht nicht dadurch, dass du eine Flasche nach ihrem Preis oder einer vermeintlich edlen Bezeichnung auswählst. Wenn eine Person trockene Weine mag und die andere lieber etwas Fruchtiges trinkt, solltest du diesen Unterschied ernst nehmen. Ein sehr trockener Wein kann für manche Menschen streng wirken, während ein deutlich süßer Wein nicht jedem zum Essen gefällt.
Wenn du die Vorlieben deines Gegenübers nicht genau kennst, wähle einen ausgewogenen Stil. Ein Wein mit spürbarer Frucht, frischer Säure und wenig störender Schwere ist meist vielseitiger als ein sehr süßer, stark alkoholischer oder stark gerbstoffhaltiger Wein. Bei Rotwein können kräftige Gerbstoffe, die ein trockenes Gefühl im Mund erzeugen, für Einsteiger schnell anstrengend wirken. Ein fruchtbetonter, leichterer Rotwein ist im August oft die angenehmere Lösung.
Welche Weinarten zu einem romantischen Menü passen
Zu leichten Vorspeisen, Fisch, mildem Käse oder Gemüse passen häufig frische Weißweine. Ihre Säure kann cremige Speisen ausgleichen und macht einfache Gerichte lebendiger. Zu Pasta mit sahniger Sauce darf der Wein etwas mehr Körper mitbringen. Bei sehr säurehaltigen Zutaten wie Zitrone oder Essig sollte der Wein nicht deutlich säureärmer sein, sonst wirkt er schnell flach.
Rosé kann eine praktische Mitte sein, wenn ihr unterschiedliche Gerichte esst oder kein schwerer Wein gewünscht ist. Er passt zu vielen sommerlichen Speisen und funktioniert sowohl zum Anstoßen als auch während des Essens. Achte dabei nicht nur auf die Farbe: Ein heller Rosé kann trocken und frisch sein, ein dunklerer Stil muss nicht automatisch süßer oder kräftiger schmecken.
Zu gebratenem Fleisch, Pilzen oder würzigen Speisen kann ein Rotwein passen. Für einen warmen Augustabend würde ich jedoch keinen besonders alkoholreichen und schweren Stil wählen, wenn der Wein auch bei Zimmertemperatur getrunken werden soll. Ein etwas kühler servierter, fruchtiger Rotwein wirkt oft entspannter und passt besser zu einer lockeren Atmosphäre.
Eine Flasche oder zwei?
Für zwei Personen reicht eine 0,75-Liter-Flasche normalerweise für mehrere Gläser, wenn ihr den Wein zum Essen trinkt. Ihr müsst sie nicht vollständig leeren. Besonders bei einem romantischen Abend ist es sinnvoll, lieber eine passende Flasche auszuwählen und langsam zu trinken, statt mehrere Sorten zu öffnen, die am Ende stehen bleiben.
Wenn ihr bei der Weinauswahl sehr unterschiedliche Vorlieben habt, können zwei kleinere Flaschen sinnvoller sein als eine große Kompromissflasche. So bekommt jede Person etwas, das ihr schmeckt. Das ist kein Misserfolg bei der Auswahl, sondern eine einfache Lösung für unterschiedliche Geschmäcker.
Servieren ohne unnötige Förmlichkeit
Stelle Weißwein und Rosé rechtzeitig kühl, aber nicht eiskalt auf den Tisch. Zu niedrige Temperaturen dämpfen Duft und Geschmack. Ein leichter Rotwein darf im August ebenfalls etwas kühler sein, als viele ihn aus Gewohnheit servieren. Öffne die Flasche nicht schon Stunden vorher. Bei unkomplizierten Weinen genügt es meist, sie einige Minuten vor dem Einschenken zu öffnen.
Auch das Glas muss nicht besonders kostbar sein. Es sollte sauber, geruchsneutral und groß genug sein, damit sich der Wein darin bewegen lässt. Fülle es nicht bis zum Rand. Ein kleiner Freiraum hilft, den Duft wahrzunehmen, ohne dass du daraus eine formelle Verkostung machen musst.
Mein einfacher Entscheidungsweg
Ich würde vor dem Kauf drei Fragen beantworten: Was essen wir? Wie warm wird der Abend? Und mögen wir beide eher frisch und leicht oder kräftig und weich? Wenn du diese Fragen beantwortest, hast du bereits die wichtigsten Informationen. Danach prüfst du nur noch, ob der Stil trocken, halbtrocken oder süßer sein soll und ob der Alkoholgehalt zum Anlass passt.
Mein wichtigster Tipp: Kaufe keinen Wein, der nur wegen seiner Beschreibung romantisch klingt. Eine schöne Flasche kann den Abend ergänzen, aber sie ersetzt keinen Geschmack, den ihr beide mögt. Ich probiere seit zwölf Jahren Weine und schaue mir an, was Händler gerade anbieten. Gerade bei solchen Anlässen zeigt sich immer wieder: Die beste Wahl ist selten die auffälligste, sondern die, die zum Essen passt, angenehm zu trinken ist und euch nicht vom Abend ablenkt.